GLP Stellungnahme zur Fusion der StWZ Energie AG Zofingen mit den Städtischen Betrieben Olten

GLP Stellungnahme zur Fusion der StWZ Energie AG Zofingen mit den Städtischen Betrieben Olten

Wie im Zofinger Tagblatt zu lesen war, wollen die StWz Energie AG Zofingen und die Städtischen Betriebe Olten eine Fusion prüfen. Carla Fumagalli, GLP Fraktionspräsidentin im Einwohnerrat Zofingen, hat dazu auf Anfrage vom Zofinger Tagblatt eine ausführliche Stellungsnahme verfasst:

 

«Ob es sinnvoll ist, sich nach der gescheiterten Fusion mit Oftringen, Rothrist und Vordemwald gleich in die nächste zu stürzen, sei dahingestellt. Die Fusion habe jedoch aus Sicht der GLP strategisches Potenzial. Skaleneffekte könnten durch die Grösse des fusionierten Energiewerkes genutzt und die Effizient gesteigert werden. Somit erachtet es die Fraktion grundsätzlich als sinnvoll, einen Zusammenschluss der Energiewerke vertieft zu prüfen. Für eine endgültige Stellungnahme müssten jedoch mehr Informationen vorliegen, diese gelte es nun zu erheben. Viele Fragen seien noch offen, so zum Beispiel hinsichtlich der Rechtsform, Führungsstruktur, Strategie aber auch des Standorts ebenso wie die Frage nach der Einbindung von Politik, Mitarbeitenden und Bevölkerung in Zofingen und Olten.

 

Beide Energiewerke verfügen über eine vergleichbare Grösse, man darf somit erwarten, dass die Fusion auf Augenhöhe stattfindet und beide Parteien gleichberechtigt mitbestimmen dürfen. Das heisst für die GLP auch, dass die Gemeinden Eigentümer mit gleich vielen Anteilen bleiben. Die Mitbestimmung der Gemeinden bei der Grundversorgung ist aus Sicht der GLP zentral. Wenn fusioniert wird, dann müssen klare Effizienzziele definiert werden. Wichtig ist für die GLP, dass das fusionierte Energiewerk einen klaren Fahrplan zur Umsetzung der Energiestrategie 2025 hat und bereit ist, in erneuerbaren Energien zu investieren.

 

Wenn Arbeitsplätze durch die Fusion eingespart werden, müssen die Arbeitsplätze sozialverträglich (z.B. normale Fluktuation) über eine längere Zeit abgebaut werden. Die Fusion solle im Endeffekt einen spürbaren Mehrwert für den Verbraucher, das heisst die Bevölkerung und Industrie in Olten und Zofingen, haben.

 

Das Nutzen von Synergieeffekten und verbesserte Einkaufskonditionen dürften zu Vergünstigungen für die Endverbraucher führen. Auch die Versorgungssicherheit, die uns insbesondere in den letzten Jahren beschäftigt hat, kann eher sichergestellt werden. Einen weiteren klaren Vorteil seht die GLP darin, dass ein fusioniertes Energiewerk mehr Kapazität für Innovation (Speicherlösungen, Wasserstoff, Smart Grids, Elektromobilität, etc.) hat und mit vereinten Kräften der Ausbau von Fernwärme und anderen erneuerbaren Energiequellen vorangetrieben werden kann. Das fusionierte Energiewerk könnte sich als Energie- und Kompetenzzentrum der Region etablieren.

 

Die GLP Fraktion Zofingen sieht keine direkten Nachteile, jedoch einige Risiken bzw. Herausforderungen, die es bei einer möglichen Fusion zu beachten gilt. Bevor das fusionierte Energiewerk von seiner Grösse profitieren könne und Synergien genutzt werden können, sei ein gutes Stück Arbeit notwendig. Allfällige hohe Anfangsinvestitionen für die Harmonisierung der beiden Unternehmen könnten auf Politik und Bevölkerung abschreckend wirken. Zudem bleibe ein Restrisiko, dass die Parteien in Fragen der strategischen Ausrichtung (z.B. Fernwärme) nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen oder sich nicht auf eine gemeinsame Betriebskultur einigen können. Auch wenn die erste Hürde genommen wurde und die Fusion zu Stande kommt, kann es bei einer gleichberechtigten Partnerschaft zu Blockaden kommen, wenn in einem Thema Uneinigkeit oder gegensätzliche Interessen bestehen. Die neu erreichte Grösse bringe viele Vorteile, allerdings bedeute grösser auch, dass die neue Strategie weniger durch lokale Interessen geprägt sein wird, was ein Nachteil für die einzelnen Standorte sein könne. In der Bevölkerung könnte es zu Unmut kommen, wenn Tarife und Produkte angeglichen werden. Nicht zu unterschätzen sei zudem, wie sich erneute Diskussionen rund um eine Fusion und die damit zusammenhängenden Unsicherheiten auf die Mitarbeitenden des StWZ auswirken. Das neue, noch grössere Energiewerk, stelle zudem eine stärkere Konkurrenz zum regionalen Gewerbe dar. Hier sei es Aufgabe der Politik, ein Auge darauf zu haben, welches Portfolio angeboten werde.

 

Aus Sicht der GLP hat dieses Fusionsprojekt die grösseren Chancen. Anders als beim letzten Mal seien dieses Mal weniger Parteien involviert und die Grösse der Unternehmen ist ähnlich. Keine Partei müsse somit Angst haben, «vom grösseren Fisch gefressen zu werden». Wichtig sei, dass die ersten Reaktionen aus den Gemeinden ernst genommen werden und sich beide Parteien basierend auf den Erfahrungen des ersten Fusionsversuchs mehr Zeit für die Umsetzung einräumen – mit umfassender Einbindung der Politik, Bevölkerung und auch der betroffenen Mitarbeitenden.»

StWZ Hauptsitz Zofingen