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Renata Siegrist-Bachmann

Das Portrait einer politsch versierten (Neo)-Grossrätin

Renata Siegrist-Bachmann: das Portrait einer politisch versierten (Neo-)Grossrätin

von Sarah Carter, Newsletter-Redaktorin

Renata Siegrist, neugewählte Grossrätin der Aargauer Grünliberalen im Bezirk Zofingen, ist politisch gesehen kein unbeschriebenes Blatt. Zwar kamen wir am Rand der letzten Mitgliederversammlung in Spreitenbach wegen dem Interview etwas zu spät zu den Apérohäppchen, dafür gab mir Renata einen umso reichhaltigeren Einblick in ihren bisherigen Karriereverlauf. Neben dem Grossratsmandat ist Renata Einwohnerrätin der Stadt Zofingen, engagiert sich als Vizepräsidentin für die Frauenzentrale Aargau, ist Inhaberin einer Feldenkraispraxis, leitet die Fachstelle Kinder & Familien in Zofingen - und nicht zu vergessen sind, neben weiteren Engagements, die prägenden neun Jahre in der Schulpflege Zofingen. Renata hat viel zu erzählen. So sagt sie, habe ihr politisches Interesse zuerst vor allem dem Bildungsbereich gegolten. „Das Bildungskleeblatt war damals für mich ein Anliegen und sein Scheitern eine herbe Enttäuschung“, sagt die Grossrätin. Während ihrer Tätigkeit in der Schulpflege sei ihr bewusst geworden, dass viele Kinder mehr Unterstützung bräuchten und ihnen oft ein Rahmen fehle. Das ist ein Grund, weshalb sie sich für Tagesstrukturen bereits im Kindergarten einsetzt. Diese würden bei Auffälligkeiten ein früheres Eingreifen möglich machen und die soziale Einbindung unterstützen, gemäss dem Sprichwort: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es nicht nur die Eltern, sondern das ganze Dorf.“ In der Bildung, da kenne sie sich aus, doch sie sieht auch Handlungsbedarf im Gesundheitswesen und der Raumplanung. Die Entwicklungen der nächsten Jahre in der Raumplanung seien eminent wichtig. Stichwortartig nennt Renata regionale Gesamtplanung und Zusammenarbeit, Gemeindereformen und den Finanzausgleich, welcher für grössere Gemeinden oft ein Korsett sei. Angesprochen auf ihr zukünftiges Engagement im Grossen Rat schlägt sie die Brücke von ihrem Beruf als Leiterin der Fachstelle Kinder & Familien in Zofingen zum Sozialhilfe- und Präventionsgesetz. Sie spricht vor allem dessen kurzen Abschnitt über die Kinderbetreuung an. Ein Knackpunkt sei die Kostenverteilung zwischen Kantonen, Gemeinden und der Wirtschaft. Noch setzten sich zu wenige Firmen für Betreuungsangebote ein. Tatsächlich finde aber auch in der Wirtschaft allmählich ein Umdenken statt. Gerade in Spitälern, wo Personalmangel herrscht, merke man, dass sich zum Beispiel ausländische Fachkräfte Betreuungsangebote durch den Arbeitgeber gewohnt sind und diese Angebote vom potentiellen Arbeitgeber auch erwarten. Darin ähnelt Renata Siegrist unserer Grossrätin Jo Scheier, die sich auch seit Langem für Nachhaltigkeit in der familienergänzenden Kinderbetreuung engagiert.
Der Wahlkampf sei geprägt gewesen von guten Erfahrungen, erzählt Renata. „Wir sind eine tolle Gruppe im Bezirk Zofingen. Man kann sagen eine Gemeinschaft.“ Die Grünliberalen seien im Trend. „Wir stehen mit unseren Umweltanliegen im Zeichen der Zeit. Wir dürfen uns auf diesen Stärken aber nicht ausruhen, sondern müssen uns vermehrt auch um die Mitgliederakquisition und Sponsorensuche kümmern“, ergänzt sie. Auf ihrem Profil im Internet schreibt Renata: „Jeder soll im Rahmen seiner Möglichkeiten die Zukunft mitgestalten.“ Das finde ich einen passenden Satz, denn wir bilden alle mit unseren kleinen und grossen Engagements einen Teil der Gemeinden, des Aargaus und letztendlich der Schweiz.